Lilian Schmucki

Ich übe seit etwas mehr als 10 Jahren regelmässig Taiji. Begonnen habe ich bei einem chinesischen  Meister, welcher ein formvollendetes  Taiji beherrscht. Nur schon beim Zusehen konnte man sich in seinen fliessenden Bewegungen verlieren. Ich hatte das Glück in Simon einen weiteren Lehrer zu finden, der wunderschönes Taiji ausübt.


Ich glaube fest daran, dass auch aus unangenehmen Situationen im Leben etwas Gutes zu holen ist. So standen am Anfang meines Weges zum Taiji gesundheitliche Probleme. Ich suchte einen inneren Weg um den Körper zu stärken und habe im Taiji etwas gefunden was mich seither nicht mehr loslässt.
Nach den ersten Tainingsstunden merkte ich schnell, dass ich stets in Frieden mit mir selbst nach Hause ging.  Mit der Zeit wurden die Formen länger und die empfundene Ruhe und der Frieden stärker. Irgendwann schnappte mein Bewusstsein eine neue Empfindung während des Trainings auf. Ich spürte für kurze Sequenzen wie etwas in mir fliesst - und dieses Gefühl hatte einfach Suchtpotential.


Besonders deutlich fühle ich die Kraft vom Taiji wenn ich so richtig aufgeladen nach einem überfüllten Tag ins Training komme und am Schluss lammfromm wieder den Heimweg antrete.


Seither ist Taiji zu einer Lebensphilosophie für mich geworden. Im Training kann ich mich selbst und meinen Alltag reflektieren.  Wenn man es zulässt,  spürt man seine eigene Persönlichkeit in vielen Facetten. Taiji ist für mich eine Quelle für all jene Dinge, welche in der heutigen Zeit manchmal zu kurz kommen: Ruhe, Frieden, Kraft und Ausgeglichenheit!


Gabriela Schmied

Vor 18 Jahren startete ich den ersten Versuch mit Taiji Quan. Es dauerte allerdings einige Jahre, verschiedene Techniken und Lehrer, bis ich das Taiji-Training fand das für mich stimmte.

Als ich vor dreizehn Jahren im Park eine Vorführung eines chinesischen Meisters gesehen hatte, war ich so begeistert von diesem harmonischen, weich fliessenden und gleichzeitig kraftvollen Taiji, dass ich beschloss das Training bei ihm fortzusetzen. Wobei man eher von einem Neuanfang sprechen muss. Das Meiste was ich bisher gelernt hatte, war so anders, dass das bis dahin gelernte, von mir archiviert und beiseite gelegt wurde. Seit 2001 lerne ich nun verschiedene Formen bei Lehrern die alle von dem chinesischen Meister unterrichtet wurden. Mit Simon haben wir einen Lehrer der mit viel Können, Geduld und einem sehr guten Auge für Bewegung, ein perfekt fliessendes Taiji unterrichtet.

 

Taiji bedeutet für mich: Ruhe in einem stressigen Alltag. Immer wieder eine neue Herausforderung es besser zu erlernen mit dem Wissen es wird nie „fertig“, eben immer im Fluss bleiben.

 


Pia Glanzmann

Vor bald 12 Jahren bin ich aus England zurück ins Zürcheroberland gezogen, davor praktizierte ich Ju Itsu und hatte das Bedürfnis wiederum etwas in Richtung Kampfkunst auszuüben. So bin ich auf Taiji gestossen und obwohl der Anfang mich sehr forderte, blieb ich dran. Seither übe ich regelmässig verschiedene Formen des Taiji. Durch dieses Kennenlernen von Taiji und das Üben habe ich über all die Jahre eine Beziehung aufgebaut, die Spass und Freude macht.

 

Ich erlebe Taiji indem ich mich einlasse auf die Form in der Bewegung, dazu den Körper wahrnehme und zugleich den Geist zur Ruhe kommen lasse. Es ist ein fliessender Ablauf. Ich konzentriere und richte mich aus auf den jeweiligen Augenblick des Geschehens. Manchmal gelingts, manchmal nicht. Es geht mir nicht um Perfektion, vielmehr ist es der Moment des Erlebens in der Beziehung zu meinem Körper und den damit verbundenen Gefühlen wie auch die Wahrnehmung und Achtsamkeit des Verstandes. Meine Ausrichtung und Absicht ist mich im Tanz des Lebens hin und her zu bewegen, einen Ausdruck zu entdecken, der mich immer wieder neu den inneren und äusseren Ausgleich erfahren lässt. Ich erhalte die Möglichkeit mich zu öffnen für das was ist um ab und zu und immer mehr in eine Gelassenheit und Freude einzutauchen. Taiji ist dazu eine Methode und ein Weg, deren es noch viele andere gibt. Dazu gehört die Vielfalt der verschiedenen Sichtweisen, die mich bereichert. So bin ich gerne mit Menschen und Gruppen zusammen um zu üben und auszutauschen.

 

Seit 2 Jahren wohne ich wieder im Bernbiet und mache mich gerne auf den Weg um einmal in der Woche in der Gruppe zusammen mit Simon unserem Lehrer Taiji zu üben.

 

Ich kann mich leer machen, still werden um wieder die Fülle zu erleben. So gelange ich in der heutigen Zeit des Überflusses und gleichzeitigen Mangels in Einklang mit Natur, Mensch und Umwelt.

 

Kurz zusammengefasst:

Ich übe Taiji seit zwölf Jahren

und tue schon ein Weilchen dazu von Aarberg nach Uster fahren.

Die Reise mit dem Zug oder Auto ist es wert,

bald einmal üben wir wieder mit dem Schwert,

die Formen in der Bewegung zum Ausdruck zu bringen,

niemand ausser mir tut mich dazu zwingen,

und ich freu mich zu spüren wenn die Energien schwingen.

Dazu der Klang der Musik im Raum

ist hörbar und verbindet man merkt es kaum.

Mit dem was ist in Beziehung zu sein,

bringt Harmonie in Körper, Seele und Geist hinein.

Einen eigenen Ausdruck im Ganzen finden,

dazu tue ich mich gerne überwinden.

Zu mir stehen und etwas wagen,

zu erkennen und mitzutragen,

was es so alles gibt auf dieser Welt,

in der nicht die Macht einzelner sondern die Vielfalt zählt.

Sowohl Ernsthaftigkeit wie auch Humor,

Freude und Lachen öffnet Tür und Tor,

Willkommen im Raum der Unbefangenheit,

führt mich immer wieder ein Stück näher zu Freiheit.


Judith Thaler

Vor langer Zeit unternahm ich eine Reise nach China und traf dort frühmorgens auf Menschen, die Taiji übten in den Parks. Manche übten in Gruppen, manche alleine. Die mystische Stimmung dort und die Energie, die von den Taiji-Übenden ausging, haben mich sofort in den Bann gezogen und ich wusste, dass ich auch Taiji lernen wollte.


Zurück in der Schweiz sollten aber noch ein paar Jahre vergehen bis ich einen geeigneten Lehrer fand. Im Jahr 2000 sah ich eine Vorführung von Meister Rong Jun und da war sie wieder diese Faszination und diese Energie, die ich in China erlebt hatte. Noch am selben Tag meldete ich mich an und gehe seither regelmässig ein- bis mehrmals wöchentlich ins Training bei Meister Rong Jun.

 

Taiji durchdringt alle Bereiche des Lebens und bringt die Übenden auf allen Ebenen weiter: körperlich, geistig und seelisch. Es ist spannend zu erleben, wie der Körper stärker und beweglicher, der Geist wacher und konzentrierter und die Seele ruhiger und ausgeglichener wird. Taiji ist ein Lebensweg für den, der sich einlässt auf die Reise.